Risikomanagement gemäß der europäischen Gesetzgebung und EN ISO 14971:2019

Allgemeiner Hintergrund

Gemäß Anhang I, Abschnitt 3 der Verordnung (EU) 2017/45 (EU-MDR) müssen Hersteller von Medizinprodukten ein Risikomanagementsystem einrichten, umsetzen, dokumentieren und aufrechterhalten, um eine Zulassung für ihre Produkte in Europa zu erhalten. Die harmonisierte Norm EN ISO 14971:2019 definiert die spezifischen Risikomanagementaktivitäten detaillierter als die MDR. Die ISO 14971 bietet den Herstellern einen Rahmen für die Anwendung eines systematischen Ansatzes zur Beherrschung der Risiken, die mit der Verwendung ihrer Medizinprodukte – einschließlich In-vitro-Diagnostika – verbunden sind. Sie wird auch von Regulierungsbehörden außerhalb der EU, einschließlich der USA, Kanada und Australien, offiziell als Risikomanagementnorm anerkannt.

Die ISO 14971 stellt die Anforderungen an einen Risikomanagementprozess als Teil des Risikomanagementsystems des Herstellers in einer schematischen Darstellung dar:

Zu den wichtigsten Überlegungen für Hersteller im Rahmen der EU-IVDR gehören:

Support & Training

Wenden Sie sich an AKRA TEAM, wenn Sie Unterstützung, praktische Umsetzung und personalisierte Schulungen von Experten mit Schlüsselkompetenzen in den unten aufgeführten Bereichen benötigen.

Kernpunkte

  • Die Einhaltung der EU-MDR verlangt vom Hersteller die Einrichtung, Umsetzung, Dokumentation und Aufrechterhaltung eines Risikomanagementsystems

  • Spezifische Risikomanagementaktivitäten sind in der harmonisierten Norm EN ISO 14971:2019 definiert und zusätzliche Anleitungen zur Anwendung der Anforderungen der Norm sind im technischen Bericht ISO/TR 24971 enthalten

  • Eine klare Beschreibung der Zweckbestimmung ist die Voraussetzung für die Risikoanalyse, da sie eine Unterscheidung zwischen dem korrekten Einsatz oder der korrekten Anwendung des Medizinprodukts und seiner missbräuchlichen Verwendung ermöglicht. Der Verwendungszweck umfasst die medizinische Indikation und Anwendung (Art der Erkrankung, Gewebe und Körperteil), die vorgesehene Behandlungspopulation (Kinder, Erwachsene, ältere Menschen oder spezielle Patientengruppen wie Schwangere und Stillende), die Anwender und das Anwendungsumfeld (Laienanwender zu Hause, professionelle Anwender in oder außerhalb einer klinischen Umgebung) sowie das Funktionsprinzip (d.h. wie die Diagnose oder Behandlung erreicht wird).

  • Der Risikomanagementplan muss die Methoden spezifizieren, die zur Untersuchung der qualitativen und quantitativen Aspekte der klinischen Sicherheit angewandt werden. Dazu gehört eine eingehende Erläuterung, wie Restrisiken und Nebenwirkungen bestimmt werden.

  • Das Gesamtrestrisiko eines Medizinprodukts muss akzeptabel sein, und der Hersteller muss in der Lage sein, angemessen zu begründen, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis des Medizinprodukts positiv ist.

Unsere Leistungen

Auch wenn die harmonisierte Norm einen Rahmen für den Risikomanagementprozess vorgibt, verbleiben viele Herausforderungen bei der Umsetzung der einzelnen Prozessschritte für ein bestimmtes Medizinprodukt. AKRA TEAM kann Sie mit pragmatischen Ansätzen unterstützen,  die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Dadurch erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Zertifizierung.

Schulungen

AKRA TEAM bietet Schulungen zur Einführung und Aufrechterhaltung eines Risikomanagementsystems gemäß den Anforderungen der EU-MDR und der harmonisierten Norm EN ISO 14971:2019 an. Im Rahmen dieses Trainings wird das erforderliche Grundlagenwissen vermittelt, welches Ihre Mitarbeiter im Rahmen der Risikomanagementaufgaben benötigen.

Entwicklung von Verfahren und Vorlagen Entwicklung von Verfahrensanweisungen und Dokumentvorlagen

AKRA TEAM kann Sie bei der Erstellung der erforderlichen Verfahrensanweisungen für Ihren Risikomanagementprozess unterstützen, einschließlich der Definition von Aktivitäten nach der Herstellung. Ferner mit Dokumentvorlagen für Risikomanagementpläne und Risikomanagementberichte.

Gap-Analysen

AKRA TEAM bietet umfassende Gap-Analysen der Risikomanagementakte an. In diesen Analysen werden Risiken identifiziert und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Im Rahmen der Gap-Analyse werden zunächst potenzielle Risiken für die Einreichung identifiziert (von gering bis hoch). Im folgenden Schritt schlägt AKRA TEAM Ihnen Maßnahmen zur Risikominderung und Optimierung der Dokumente vor. So können Sie Korrekturen vornehmen, bevor Sie die Dokumente zur Prüfung durch die benannte Stelle einreichen. Dies umfasst eine Überprüfung von allen Teilen der Risikomanagementakte, insbesondere des Risikomanagementprozesses, des Risikomanagementplans und -Berichts sowie der Risikoanalyse einschließlich der Risikoeinschätzung und der Risikokontrollmaßnahmen, des Ergebnisses der Nutzen-Risiko-Bewertung und der Vollständigkeit der offenzulegenden Restrisiken.

Umsetzung

AKRA TEAM kann Sie bei der Umsetzung Ihrer Risikomanagementaktivitäten unterstützen um sicherzustellen, dass der Risikomanagementplan ordnungsgemäß umgesetzt wird und dass alle Informationen innerhalb der Technischen Dokumentation konsistent und miteinander abgeglichen sind. Dadurch wird zudem sichergestellt, dass alle in der klinischen Bewertung ermittelten klinischen Risiken in der Risikodatei erfasst werden.

Kontinuierliche Aktualisierung der Dokumentation

AKRA TEAM kann Sie bei der Aktualisierung der Dokumentation entsprechend den Informationen aus der Produktion und aus dem System zur Überwachung nach dem Inverkehrbringen (PMS) unterstützen. Dazu gehört z.B: die Verbesserung von Prozessen, mit Hilfe derer die kontinuierliche Aktualisierung und Bewertung der Gefahren und ihrer Häufigkeit erleichtert wird. Ebenso umfasst dies eine Erleichterung der Bewertung der damit verbundenen Risiken sowie des Gesamtrisikos, des Nutzen-Risiko-Verhältnisses und der Risikoakzeptanz insgesamt.

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